Montag, 14. Februar 2011

Mode und Politik

Wer die Nachrichten in den letzten Tagen mit verfolgt hat, weiß sicherlich um die Unruhen in der ägyptischen Hauptstadt Kairo, die mehrtägigen Demonstrationen gegen die Regierung und der anschließende Rücktritt des Staatschefs Hosni Mubarak. Na gut, ihr fragt euch sicherlich, was das Ganze mit der Mode zu tun hat- eine ganze Menge! Mode und Politik gehen Hand-in-Hand. Viele Designer benutzen ihre Stimme, um einen politischen Statement abzugeben.
Ein Positiv-Beispiel wäre die große Obama-Kampagne während der Zeit seiner Kandidatur. Die Palette der Obama-Anhänger reicht von Narciso Rodriguez, über Vera Wang bis hin zu Marc Jacobs. Sie alle zeigten sehr offenkundig ihre Sympathie für den jetzigen amerikanischen Präsidenten, indem sie ihre Kleidungsstücke „obamasierten“.  Ein gelbes Pailettenkleid  mit Obamas Gesicht drauf sah man sogar auf der Fashionshow des französischen Modedesigners Jean-Charles de Castelbajac. Es ist eine wundervolle Aktion, denn schließlich hat doch die Welt genug unter den kriegsgeilen Bush gelitten.
Es kann natürlich auch nach hinten losgehen. Wie in dem aktuellen Beispiel von Ägypten. Der amerikanische Designer Kenneth Cole twitterte neulich: „Millionen in Kairo sind in Aufruhr - Es geht das Gerücht, sie haben gehört, dass unserere neue Frühjahrskollektion online erhältlich ist“. Geschmacklosigkeit kennt einfach keine Grenzen-zum Glück bin ich nicht die einzige mit der Meinung. Leid sollte keineswegs für Eigenzwecke missbraucht werden.  Zwar hat sich der Designer im Nachhinein für die Aktion entschuldigt, aber es wird immer ein bitterer Beigeschmack vorhanden sein, wenn ich in Zukunft an einem Kenneth Cole- Shop vorbeilaufe.
Obama Kleid von Jean-Charles de Castelbajac









Kenneth Cole